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Luxus ist nur ein Chamäleon.

Oh, wie waren sie wichtig, diese kleinen und großen Belohnungen für stressige Arbeitstage! Seelentröster, Eigenbelobiger, Fluchtkäufe. Einige waren verbunden mit längeren Brauch-ich-das-wirklich-Überlegungen, andere klare Das-hab-ich-mir-verdient-und-gönns-mir-jetzt-einfach-Spontankäufe. Klassisch reduzierte Das-krieg-ich-nie-wieder-für-das-Geld-Schnäppchen hielten ebenso triumphalen Einzug in die heimischen Wände wie Seelenkitsch-initiierte-(Kurz-)Urlaubsmitbringsel, die das dem-Alltag-Fernsein möglichst dauerhaft verlängern sollten. Vor dem Urlaub noch schnell das Wochenende mit dem Gschpusi in einer Romantikmetropole. Oder überhaupt einfach mal ein paar Tage in einer anderen Stadt. Nach langem Drumrumgeschleiche und mit einer Mischung aus Schlechtgewissen und Besitzerinnenstolz musste es dann auch irgendwann die Tasche aus bedrucktem Segeltuch sein, deren Monogramm auch für „Lebensverarsche“ stehen könnte. Immer wieder diese „Ich muss mir jetzt was Gutes tun“-Sätze – als Rechtfertigung für den Moment des Luxusgut-Erwerbs. Die doch letztlich nichts als mir selbst gegenüber unehrliches Kompensationsgehabe waren. Natürlich verdiente ich sehr gut in meinem Stabsstellenjob im Großkonzern. Aber es war ein Knochenjob, bei dem wirklich jedes Wort – intern wie extern – auf die Goldwaage zu legen war. Neben Dauerbeschuss mit „Wir müssen mal“-(also: „mach mal“-)Mails und unendlich vielen Themen auf dem Tisch kosteten mich vor …

Just another week without food. Public Fasting 2.

2013/10: Sonntag. Tag mit aufregendem Besuch. Strahletag. Alle plaudern, lachen, essen, genießen. Ich plaudere, lache und genieße mit. Und trinke beim Mittagessen meinen Gula Java Matcha-Drink. Zum Kuchen dann wieder Fastentee. Der mir allmählich gelinde gesagt schon ein wenig zum Hals heraus hängt. Das Wasser aromatisiere ich in der Zwischenzeit einfach mit einer geteilten Erdbeere – das ist besser und gaumenschmeichelnder als die rasch geschmackentleerte Himbeere. Abends habe ich erstmals richtig Hunger. Nicht nur Appetit oder Gelüste – echten Hunger. Und soviel Wasser ich meinem Magen auch anbiete: er hat auf „Give me Food!!!“ umgeschaltet. Mal sehen, wer beim Aufwachen obsiegt haben wird: der vorlaute Magen oder das wunderbare Wohlgefühl, das mir sonst in diesen Tagen innewohnt. 2013/11: Ein ganz anderer Tag. Hektik in the morning: ich muss kochen für die Zauberkinder und krankheitsbedingt den Omama-Part des Montags übernehmen. Paketabholung, Bankgedöns, Einkäufe, Kindertaxi, Umzugsgedöns, Krankenversorgung, Gartenbewässerung, Papiertonne ante portam, Kirschenentkernung und und und. Also einfach platt, aber zufrieden um 23 Uhr. Nur: zuwenig getrunken. 2013/12: Ich fühl mich gut, kraftvoll, leicht, beschwingt, sommerlich – einfach wohl. …

Aus dem Alltag eines Durchlauferhitzers. Oder: Public Fasting 1.

2013/0: Das Posting der Heifasten-Ankündigung gibt Halt, wo diesmal dunkle andere Gefühle vorherrschen. Ich weiß ja: ich muss gar nix – ich kann nur. Und ich will ja auch. Und dennoch scheint das Abführen zur Fasteneinleitung diesmal einen gigantisch großen Hemmschuh darzustellen. Ich kenne den Zusammenhang. Er tut weh. Er führt mich an eine Grenze, der ich mich nicht gerne stellen möchte. Und doch weiß ich, wie wichtig es ist, an sie heran zu gehen, um sie letztlich auch zu überwinden. 
So ist mir also übel in dieser Nacht. Ich fühle mich benommen, finde dennoch keinen Schlaf. Halbschlaf. Dann das 5 Uhr-Klingeln. Jetzt. Jetzt. Jetzt. Oder doch nicht? 
Doch. 5:15 Uhr. 
Ich hab’s geschafft. Es hat nur mit mir zu tun. Nicht mit Dir. Denn das war eine ganz andere Geschichte. 2013/1: Bis 11:30 Uhr geschlafen. Was für ein Luxus. 
Nun also ran an Wasserkrug und Teekanne. Wie immer werden es die Tees von Sonnentor sein, die mich in dieser Zeit begleiten und meinem Gaumen ein wenig Abwechslung bereiten können. Der Waldviertler Fastentee allen voran. Und …