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Antike meets Audiopollution. Der Kampf um Rom geht weiter.

„Die spinnen, die Römer.“ Das sagte schon ein anderer Rothaariger vor langer Zeit. „Die spinnen, die Rom-Touristen“, sage ich. Heute. Nach meinem dritten und kürzestem Besuch in dieser Stadt. Der erste liegt gute fünfzehn Jahre zurück, der zweite wohl acht Jahre. Diesmal also nur ein Wochenende – als Auffrischung für mich Italien- und Romliebhaberin sozusagen, und als Lebenselixir nach einem Langwinter. Ein nettes kleines Hotel nahe der Fontana di Trevi – alles somit bestens erreichbar. Mitten drin im Getümmel. Dass ich den ein oder anderen Co-Touristen auf meinen Wegen erleben würde, war klar. Ebenso gefasst war ich auf Begegnungen mit Prada-Gucci-LouisVuitton-Hermes-Max-Mara-Extrem-Kicher-Shopperinnen unter japanischer Flagge. Dass sich dann aber der Kampf um Rom auf Russen, Chinesen, Koreaner und weitere Jetzt-Reisende so ausgeweitet hat, war doch überraschend. Wer in oder um Rom lebt, wittert folglich gute Geschäfte. So auch die indischen und osteuropäischen Straßenverkäufer, die sich im Abstand von 10 bis 20 m voneinander positionieren, um dann mit lautem „looki-looki“ tennisballgroße Schleimbatzen auf den Boden knallen, die dort kurz als die endlich vergessenen Kotflügelaufkleber-Flecken verharren, um sich anschließend …

Ein Glas. Und viele Bücher.

Manchmal passiert es. Manchmal erinnere ich mich an große kleine Schätze. Manche liegen im Keller, andere stehen in den Regalen. Beide gehören zusammen – unzertrennlich. Gerade eben ist wieder einer dieser Momente. Vermutlich angestoßen durch die jüngst beendete Buchmesse, die mich an meine eigene Zeit im Verlag erinnert. Dieses Jahr erstaunlicherweise mehr denn je – warum auch immer. Nun ziert also ein oktobergoldfarbener Recioto di Soave 2002 von Monte Rondo das Glas auf meinem Tisch. Klar: die olfaktorischen Zellen schnuppern sich durch Karamel, durch leichte Honignoten. Auch durch Rosiniges. Aber gäb’s da nicht noch mehr Aromen zu entdecken? Auch fest verankert: das Wissen, dass der Wein aus dem Veneto kommt, seit langen Jahren eine DOCG-Appellation trägt und aus der Garganega-Traube gekeltert wird. Betont wird übrigens das zweite „a“. Der Wein war laut Hersteller 18 Monate im Barrique – das verschweigt er meiner Nase aber diskret. Gut, etwas Vanille offenbart er, aber mein Riechepithel ist vielleicht doch seit zwei Jahren nicht mehr so wohl trainiert wie es damals war. Schade irgendwie – das organoleptische Wahrnehmen gerät so …

E-U-gan-E-I. Nicht Oiganai.

I Colli Euganei hatten via Italienische Handelskammer München in die Osteria  http://www.der-katzlmacher.de/ gerufen. Und weil’s dort gut schmeckt, kamen viele. Alte und ganz alte Gesichter, natürlich auch ein paar jüngere und unbekannte. Und die Italiener, natürlich. Antonio del Santo heißt der Präsident des Weinverbandes der Region. Passender geht’s nicht, wenn man aus Padua stammt. Die euganeischen Hügel (sicherlich bekannter als „die Hügel bei Abano Terme“) machen wirklich keinen Hehl aus ihrem Hügeldasein – mit bissl über 600 m kann man sich aber in der Region Veneto, zwischen dem schönen und traditionsreichen Padua, der Poebene und der Adria auch richtig erhaben fühlen. Padua birgt einen ungeheuren Schatz: die Cappella degli Scrovegni mit den wunderbaren Fresken Giottos. http://www.cappelladegliscrovegni.it/galleria.htm Im anatomischen Theater-Saal der Universität wurden zu einer Zeit (Ende 16. Jhdt) Sektionen vorgenommen, in der dies noch strikt verboten war – ein doppelter Boden ermöglichte den Professoren die rasche vorübergehende „Entsorgung“ des Präparates. Wobei die Inspektoren vermutlich auch damals nicht alle an Stockschnupfen leiden konnten. Heute abend ging es jedoch nicht um Leichen im Keller, sondern vielmehr um Kellerschätze, die bisher ihrer Entdeckung harrten. Auch …