Antike meets Audiopollution. Der Kampf um Rom geht weiter.
„Die spinnen, die Römer.“ Das sagte schon ein anderer Rothaariger vor langer Zeit. „Die spinnen, die Rom-Touristen“, sage ich. Heute. Nach meinem dritten und kürzestem Besuch in dieser Stadt. Der erste liegt gute fünfzehn Jahre zurück, der zweite wohl acht Jahre. Diesmal also nur ein Wochenende – als Auffrischung für mich Italien- und Romliebhaberin sozusagen, und als Lebenselixir nach einem Langwinter. Ein nettes kleines Hotel nahe der Fontana di Trevi – alles somit bestens erreichbar. Mitten drin im Getümmel. Dass ich den ein oder anderen Co-Touristen auf meinen Wegen erleben würde, war klar. Ebenso gefasst war ich auf Begegnungen mit Prada-Gucci-LouisVuitton-Hermes-Max-Mara-Extrem-Kicher-Shopperinnen unter japanischer Flagge. Dass sich dann aber der Kampf um Rom auf Russen, Chinesen, Koreaner und weitere Jetzt-Reisende so ausgeweitet hat, war doch überraschend. Wer in oder um Rom lebt, wittert folglich gute Geschäfte. So auch die indischen und osteuropäischen Straßenverkäufer, die sich im Abstand von 10 bis 20 m voneinander positionieren, um dann mit lautem „looki-looki“ tennisballgroße Schleimbatzen auf den Boden knallen, die dort kurz als die endlich vergessenen Kotflügelaufkleber-Flecken verharren, um sich anschließend …
