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Nancy: Charmant, elegant, wehrhaft und erfindungsreich

[Unbezahlte Werbung / Pressereise] Um es gleich vorweg zu nehmen: Nancy verfügt über einen unglaublichen Charme. Die Stadt ist liebenswürdig und zugleich respektvoll, wirkt trotz aller architektonischen Pracht auch immer wieder bodenständig, ihre Einwohner sind hilfsbereit und wirken sehr entspannt und unprätentiös. Und sie verstehen es, das Leben und ihre Stadt zu feiern. Die Stadt wurde im 11. Jahrhundert gegründet und zählt heute etwas mehr als 105.000 Einwohner. Mit dem Zug dauert die Fahrt von Strasbourg anderthalb Stunden – Zeit, um die vorbeiziehende hübsche Landschaft sowie kleine Dörfer genießen zu können und sogar Störche auf den Feldern zu erblicken. Nancy war sieben Jahrhunderte Hauptstadt des unabhängigen Herzogtums Lothringen, das es ja so nicht mehr gibt – nicht nur, weil Lothringen ja seit geraumer Zeit zu Frankreich gehört, sondern auch, weil 2016 die Regionen Lothringen, Elsass und Champagne-Ardenne zu Le Grand Est verschmolzen wurden. Im 9. Jahrhundert gehörte Nancy zum Reich Karl des Großen, seine Erben erhielten je einen Teil davon zugesprochen: Karl der Kahle erhielt das Gebiet des heutigen Frankreichs, Ludwig der Deutsche Österreich und …

Oberammergauer Vielfalt: Vom Schnürlkasperl zum Passionsspiel

Das Messer ist sein wichtigstes Werkzeug, sagt Markus Wagner, der letzte Oberammergauer Schnürlkasperl-Schnitzer. Früher sei es das Werkzeug der armen Leute gewesen, ergänzt er: „Das geschmiedete Schnitzeisen habe ich kaum noch in der Hand. Ich arbeite ja auch nahezu eindimensional bei meinen Kasperln.“ Sein Handwerk hat er in der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer in Oberammergau erlernt, die Ausbildung dauert auch heute noch drei Jahre. Pro Jahrgang sind es heute jedoch nur mehr etwa 15 Schüler. Die Schnitzerei ist leider zunehmend müßig: Gab es in Wagners Jugend etwa 200 Schnitzer im Ort, so sind es heute nur mehr 30, darunter kaum noch klassische Herrgottsschnitzer, „da sich kaum mehr jemand eine Jesusfigur ins Haus holt“. Da war es vorausschauend, dass Markus Wagner sich früh auf die Schnürlkasperl (auch Fadengaukler oder Hampelmänner genannt) spezialisierte. Die Freude an der Holzbildhauerei war ihm in die Wiege gelegt worden: Wagners Vater war Krippenschnitzer. Er musste sich zunächst jedoch im Winter auch als Skilehrer und im Sommer als Bademeister verdingen, um seine Kinder ernähren zu können. Eine verhältnismäßig goldene Zeit erlebte die …

Kloster Ettal: Vom geistlichen Leben und Genießen

Etwa zehn Kilometer nördlich von Garmisch Partenkirchen liegt auf einem Hochplateau die Benediktinerabtei Kloster Ettal. Sie wurde 1330 von König Ludwig IV., genannt Ludwig der Bayer, gegründet – man munkelt, nicht ganz uneigennützig, weil der Wittelsbacher sich von dem Standort auch die Verbesserung der Handelsachse von Augsburg nach Verona versprach. Ludwig der Bayer war ohnehin nicht unumstritten, hatte er sich doch 1328 in Abwesenheit des Papstes in Rom von drei Bischöfen zum ersten deutsch-römischen Kaiser krönen lassen. Die Strafe folgte auf dem Fuß: Papst Johannes XXII. setzte ihn nicht nur als Kaiser ab, sondern exkommunizierte ihn zudem und so blieb Ludwig bis zu seinem Tod 1347 im Kirchenbann – trotz seiner Bemühungen um die Gründung des Klosters Ettal und seines Wohlwollens gegenüber den Franziskanern. Von 1330 bis 1370 wurde in Ettal also die erste, gotische Kirche gebaut, im 18. Jahrhundert wurde sie umgebaut zur noch heute aktuellen barocken Basilika. Mittlerweile wurde der Gebäudekomplex seitlich noch um eine bewusst schlicht gehaltene Winterkirche ergänzt – beheizt betet es sich in den kalten bayerischen Wintern doch ein bisschen angenehmer. …