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Christian Thielemann. King of Taktstock?

Was – bitte sehr – war das denn? Gut, dass Christan  Thielemann rund um seinen Abgang aus München eine sehr schräge Mediennummer gefahren hat, mag ich aus PR-Sicht zwar nac h wie vor nicht gutheißen, aber unter strategischen Aspekten noch verstehen. Dass er nun aber die Münchner Philharmoniker und das Publikum dazu nutzt, öffentliche  Fingerübungen für seine Wiener Eroica (am 25. März mit den Wiener Philharmonikern, mit denen er den ganzen Beethovenzyklus aufführt und auf DVD herausbringen wird) zu machen, finde ich reichlich befremdlich. Das hätte ebenso für die ursprünglich angesetzte 4. Sinfonie gegolten – steht sie doch am gleichen Abend auf dem Programm in Wien. Wie praktisch also: ein Griff in seine Schublade für Aktuelles – das Münchner Publikum wird es schon nicht merken. Es war ja auch sonst tumb und sich von einem großen Tanzbären am Nasenring herumführen lassen. Ganz schön clever von Herrn Thielemann. Wenn auch reichlich unsportlich. Das ist die eine Sache. Was mich jedoch wirklich in Rage brachte, war seine Eroica-Interpretation. Was war denn das? Oder was soll es sein? Um eine …

Vom Bruttokulturprodukt. Eine Geburtstagsfeier anderer Art.

Ich hatte das, was der Bayer „Boin“ nennt. Keine wirklich Angst, eher eine Kombination aus Respekt vor etwas und Befürchtungen. „Boin“ also davor, dass an diesem Abend der sich gerade bildende Schorf über der sich langsam schließenden Wunde abgeknubbelt werden würde. Und es wieder näßen und bluten könnte. Heute. An seinem Geburtstag. Und nur zehn Wochen nach seinem Tod. Ich fand es auch ein bisschen überflüssig. Mit 86 darf man sterben. Einfach tot sein. Natürlich mit Erinnerungen behaftet werden. Mit Lachen und auch mal mit Tränchen. Aber eben tot sein. Und dann wurde alles ganz anders. Aus einer geplanten Stunde im Münchner Künstlerhaus wurden über zwei. Mit Reden vieler Wegbegleiter, die humorvoll beleuchteten, wieviel Neugierde, Mut, Chuzpe, Vision und Tatkraft er besessen hatte. Und was alles er damit auf die Beine gestellt hat. Er: Kurt Wilhelm. Autor und Regisseur. Und mein Onkel. Der Kulturreferent von München sprach vom Wert seiner Arbeiten für München und Bayern und die Ehre, nun seinen künstlerischen Nachlass in der Monacensia begrüßen zu dürfen. Sigmund Gottlieb berichtete von den Nachkriegs-Anfängen des Bayerischen Rundfunks (zunächst Radio München), die Kurt maßgeblich geprägt …