Monat: April 2017

Vom Mittendrin des Außenstehenden: Die Philharmonie de Paris

Ein Kulturtempel namens Philharmonie liegt üblicherweise recht zentral – so kennt man es von vielen Metropolen. Nicht so in Paris: Die Fahrt zur 2015 eröffneten Philharmonie de Paris, die Bestandteil der City de la musique ist, wirft zunächst die Frage auf, ob unser Fahrer tatsächlich ortskundig ist oder vielleicht doch eher nur geschäftstüchtig. Es geht vorbei an Gewerbegebieten und den überall hässlichen, weil gesichtslosen Riesenwohnblocks, von einer Stadtautobahn gefühlt auf mindestens vier weitere und dann wieder in zwei Kurven und noch einer Brücke entlang. Und plötzlich blitzt es seitlich metallern auf und was das Auge erblickt, lässt den Anfahrtsweg vergessen: Eine Trutzburg aus der Welt des Darth Vader (was bei Sonnenschein sicherlich anders wirkt als an unserem grautrüben Besuchstag), die mal glänzt und dann wieder matt ist und Elemente enthält, die umgehend an Zeichnungen von M. C. Escher erinnern. Erst im Inneren des Gebäudes, das man über Treppen, langsam ansteigende Rampen oder Rolltreppen erreichen kann, wird klar, dass das Konzept mehr beinhaltet als ein auffälliges Äußeres mit einem reinen Konzertsaal sowie ein paar kleinere Proberäume. Es ist ein kulturelles Gesamtkonzept, …