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Berlin – wo sonst?

Über Kommunikation redet man dort, wo sie stattfinden muss. Berlin eignet sich da prächtig. Einer meiner Fix-Termine in jedem Herbst ist der Besuch des Kommunikationskongresses des Bundesverbandes der Pressesprecher. Jede Menge Vorträge – von redundant über gut bis hin zu spannend und beflügelnd. Endlich mal ein paar Tage Zeit, die eigene Arbeit außerhalb der Bürowände zu reflektieren, Erfahrungen mit Kollegen auszutauschen und neue Ansätze zu diskutieren. Und ganz wichtig und schön: der Austausch zu diesem und jenen mit Kollegen, von denen manche im Laufe der Jahre nicht nur zu engen Verbündeten und best buddies, sondern wirklich zu Freunden wurden.
Mich amüsiert jedes Jahr die ausgeprägte Schlippsiness mancher Mit-Besucher – aber gut: manchmal muss sich die Seriosität der Arbeit eben auch in der Wahl des Edeltuches am Leib ausdrücken.

Die Nerdness der re:publica-Besucher hingegen hielt sich in geringerem Ausmaß als erwartet. Überhaupt: die Erwartungshaltung. Ich hatte keine – eher ein gepflegtes bairisches „weard scho ebbas wearn“-Innehaltgefühl.
Und so war es dann auch: es wurde einfach.

Irgendwie gab’s viele Parallelen: die Falschzielgruppigkeit und Fehlbetitelung des per se sicher guten Lichtblick-Vortrages, die Berührung tiefster Nachdenklichkeit durch so manchen Satz in der Diskussion „Modern revolutions are digital revolutions“, der Vielinformationsgehalt  zum gerne unterschätzten Thema Urheberrecht des über die Bühne tigernden Kreutzers.
Für meinen größten Inner-Schmunzelfaktor sorgten Saalfüllungspegel und Polarisierungsfaktor bei Sascha Lobos Trollologie-Vortrag. Die Wahrnehmung des  „Boah, diesen Selbstdarsteller mag ich ja gar nicht“-Vorher-Faktors und die Korrelation zum „Hätte gar nicht gedacht, dass er wirklich unterhaltsam und vor allem auch gut ist“-Nachher-Staunurteil erinnerte mich – man verzeihe den in personam wirklich hinkenden Vergleich – doch deutlich an die Keynotes von Roland Koch und Philip Rössler auf dem #kk09 und #kk10. Welten 1.0 und 2.0, Ihr seid Euch so viel ähnlicher als Ihr glaubt…

Die Restwehen meiner Fußverletzung, die „Mist – überfüllt“-Tweets und vor allem auch  das miserable Wetter, dem ich noch heute zürne, vereitelten die Abstecher in die Kalkscheune – zu dem Geschehen dort kann ich mir also leider kein Urteil bilden. Next year dann eben.

Das Wertvollste waren auch diesmal die Gespräche und Begegnungen am Rande: Entwicklungs-Updates mit Uralt-Kollegen, Intensiv-Geherze mit Twitter-Freunden, Endlich-Live-Austausch mit beschnupperten 140-Zeichen-Vertrauten und die „Kennt-Ihr-Euch-eigentlich?“-Vorstellungen mit manchmal sehr berührenden Menschen.

Dass die #pr11 zeitlich dann mit dem Start eines weiteren Interessensfeldes von mir kollidierte, dafür kann sie nix. So war ich diesmal eben nur eine Halbzeit auf dem Feld. Nächstes Jahr erhöhe ich den Anteil der Spielzeit sicher gerne.

Berlin – ich mag Dich. Und die Pole Deiner Kommunikation.

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